Neues Leben ist immer wieder ein
Wunder, daher nicht selbstverständlich.
Manchmal sterben die Ungeborenen noch im Mutterleib und vergiften somit das
tragende Weibchen. Es entsteht eine Schwangerschaftsvergiftung und das
Muttertier stirbt ohne die Kleinen zu gebären oder nach dem die Totgeborenen
ausgestoßen wurden.
Auch wenn die Kleinen "normal" auf die Welt kommen kann es passieren,
dass die Mutter danach an den Folgen der schweren Geburt oder aus anderen Gründen
stirbt. Mutterlose Baby-Meerschweinchen aufzuziehen ist alles andere als einfach
und braucht viel Zeit und Geduld. Hat man das Glück eine andere
Meerschweinchen-Mama zu haben, kann man versuchen ihr die Kleinen zu überlassen.
Es gibt aber viele Fälle, welche es nötig machen Hilfe zu leisten:
Wenn man keine andere Meerschweinchen-Mama hat. (Hier lohnt sich auch andere Züchterinnen
zu fragen)
Wenn die Mutter zu wenig Milch hat.
Mir hat man schon in der Zoohandlung gesagt, als ich nach Aufzuchtsmilch
gesucht habe: "Das brauchen sie nicht. Bei Meerschweinchen ist es nicht
wie bei den Hasen. Sie kommen absolut selbständig auf die Welt und können sich
alleine durchbringen" Das glaube ich nicht!
Ich habe gute Erfahrung damit gemacht, Meeris gross zu ziehen wenn sie von der
Mutter wenigstens etwas gesäugt wurden. Solche, die gar nicht gesäugt wurden,
haben schlechtere Prognosen, sind anfälliger für Infekte und wenn sie mit
wenig Gewicht auf die Welt kamen...........schaffen sie es in der Regel leider
nicht.
ZUFÜTTERN:
Muss man anfangs jede zwei Stunden (Tag und Nacht). Nach zwei Wochen, wenn
sie gut zugenommen haben, habe ich das letzte Mal Nachts um 12 und dann am
morgen früh wieder. Nach Gefühl und Möglichkeit ist keine schlechte Regel.
Dazu braucht man Katzenaufzuchtsmilch OHNE LAKTOSE und Plastik Pipetten oder
kleine Spritzen ohne Nadel. Es ist GANZ WICHTIG diese Milch sehr langsam
zu geben -tropfenweise-. Hat sich einmal ein Kleines verschluckt, kann es
daran ersticken, wenn die Flüssigkeit in die Lunge kommt.
Nach zwei Wochen mische ich diese Milch mit einem Löffel Baby-Gläschen (Rüebli
oder Gartengemüsse. Solche ab 4 Monate). Das bekommen sie 4, 5 oder 6 mal am
Tag.

Hier im Bild, Hannah (Tochter von Violeta). Ihre Mutter starb
zwei Wochen nach der Geburt und hinterliess vier laut rufende Babys. Ich habe
sie zugefüttert über zwei Wochen
MASSIEREN:Vor allem anfangs haben wir immer
den Kleinen den Bauch massiert nach dem Trinken, auch am Fudi bis Kot oder Urin
gekommen ist. Auf diese Bildern ist der Wurf von Leoni zu sehen. Sie starb
gleich nach der Geburt. Wir bekamen eine Leihmama, die aber nicht mehr genug
Milch hatte, sodass wir zufüttern mussten. Links sieht man Ana und Nuria nach
der Massage und rechts meinen Mann, der Carpanta wärmt. Das Böckli schaffte es
leider nicht. Carpanta und Conchita leben heute noch glücklich und gesund
ESSEN LERNEN: Lebenswichtig
für die kleinen Meerschweinchen sind aber auch Artgenossen, die ihnen
vormachen, was sie essen dürfen und sollen. Als erstes probieren die Kleinen in
der Regel immer von dem, was die grossen gerade in den Mund nehmen. Sie ziehen
und zupfen und lernen dabei was essbar ist. Lernen durch Nachahmen ist
lebenswichtig und diese Rolle können wir Menschen (noch) nicht übernehmen.
Die damals Die
kleine Conchita (mit weissem Fudi) lernte in der Gruppe was schmeckt
Nach dem ersten
Mal, als ich die Meeris Tag und Nacht jede zwei Stunden füttern musste, nahm
ich mir vor es nie mehr zu machen und beim nächsten Mal der Natur ihren Lauf zu
lassen. Wenn man aber wieder vor der Frage steht zu helfen oder nicht, bleibt
einem aber doch gar nichts anders übrig als wieder alles zu versuchen und zu
hoffen, dass es sich lohnt.